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The legacy of the saviors in the languages of their places of origin:


The legacy of the saviors (German)
VERMAECHTNIS DER RETTER
Translation: Osvaldo Bayer. Historian, writer, journalist and film writer.

Während die Shoa, der Holocaust, in dem von den Nazis besetzten Deutschland wütete, habe ich einigen Juden das Leben retten können. Ich habe ein grosses persönliches Risiko auf mich genommen und gegen alle geltenden Regeln verstossen, die dem Juden alle Schuld des Bösen zuwiesen und zu ihrer Verfolgung, Verhaftung, Züchtigung und Ermordung aufriefen. Sollte man mich entdecken, wusste ich ganz genau, dass ich ihrem gleichen Schicksal ausgeliefert gewesen wäre. Ohne weiteren Überlegungen habe ich spontan reagiert und nach meinen Möglichkeiten vor der Erniedrigung, dem Leid, der Ungerechtigkeit und dem Mord gehandelt. Diese Menschen wurden nicht wegen irgendwelchen Verbrechen verfolgt, sondern nur aufgrund ihrer Geburt. Sie kannten nicht die Ursachen ihrer Verfolgung und konnten weder sich noch ihre Kinder schützen. Es war mir unmöglich gleichgültig zu bleiben, Obwohl sie nicht meiner Familie angehörten, nicht meine Freunde waren, manche kannte ich überhaupt nicht, konnte ich nicht weiterleben, ohne ihnen meine Hand zu reichen. Sie dachten wahrscheinlich anders als ich, glaubten anders, sprachen anders, sahen anders aus, aber sie waren Menschen wie ich auch. Im Gegenteil, diese Unterschiede brachten mich zu Erkenntnis dass, aus ihrer Sicht, der andere, ich war. Die Menschen sind verschieden und die Verschiedenartigkeit als einzelne und als Gruppen sind Teil unserer Gesellschaft. Was man anderen antut, tut man auch mir an. Was um mich herum geschieht ist ein Teil meiner eigenen Verantwortung. Ich habe dem Versuch wegzusehen aufgegeben sowie den Gedanken, man könne nichts unternehmen. Und ich war nicht allein. Es waren zwar nicht viele die so dachten wie ich, aber diese verhielten sich so wie sich gehört: man kann immer etwas tun.

Natürlich habe ich Angst empfunden. Natürlich war alles nicht so einfach. Natürlich habe ich in vielen Augenblicken an das Schreckliche gedacht, das mir passieren könnte und sehnte mich manchmal nach meinem bequemen Leben zurück. Aber es war nicht die Zeit des Jammerns, der Nostalgie, der Schwäche. Vor dem Horror, der uns umgab, musste man eilig handeln:Verstecke ausfindig machen; gefälschte Ausweise, genügend Essen, Geld und Arzneien besorgen und ständig auftretende Probleme, wie Krankheiten o.ä. lösen. Andere Menschen um Hilfe bitten, mein Verhalten vor den Nachbarn, Freunden, Bekannten und Verwandten geheim halten, die mich eventuell verraten hätten. Ich musste lügen, bestechen und gleichzeit den Schein eines normalen Lebens wahren, um keine Zweifel aufkommen zu lassen. Ich wusste, dass man mich entdecken könnte. Ich wurde immer vorsichtiger und habe das Glück gehabt, dass anderen nicht zuteil geworden war, mit Erfolg einige Leben und mein eigenes retten zu können.

Alles was ich tat, war verboten. Ich begang das Verbrechen, bewusst und voller Überzeugung, den Gesetzen zuwiderhandeln. Gegenüber den aufoktruierten Gesetzen, habe ich das getan, was ich für richtig und legitim hielt, was ich für gut hielt. Ich kann ein Gesetz, welches das Böse verordnet, nicht akzeptieren. Obwohl ständig verkündet wurde, dass es sich nicht um Menschen, sondern um Feinde handelte, die der Gesellschaft zugute, verschwinden mussten, sah ich in jeden von ihnen einen Menschen, wie mich, mit dem gleichen Recht auf das Leben wie ich. Es gibt ethische Werte, die weit höher sind, als jedes Gesetz, ich befolge sie und ich werde versuchen, sie meinen Kindern weiter zu leiten, damit diese sie widerum an ihre Kinder weiter geben. Das Gute ist für mich ein klarer Begriff, den man definieren kann als „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Und der Nächste ist jeder Mensch, denke wie er wolle, glaube er an was er wolle, spreche er wie er wolle, sehe er aus wie er aussehe.
Das ist mein Vermächtnis. Das ist, was man mich gelehrt hat. Das habe ich gelernt. Was ich getan habe, muss nicht hervor gehoben werden und braucht keine Anerkennung. Ich tat, was ich tun musste.

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Tuesday 24-Oct-2006 1:41 PM
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